Fractal Design Terra Review

Das Fractal Design Terra ist für mich – kurz gesagt – eine echte Schönheit. Besonders in der Farbe Jade ist das Gehäuse ein absoluter Blickfang und verleiht dem Build eine Note, die man im Einheitsbrei aus Schwarz und Weiß selten findet. Eines muss man jedoch vorab klarstellen: Das Terra ist kein Gehäuse für jedermann. Wer auf der Jagd nach thermischen Rekorden für High-End-PCs ist, wird hier an seine Grenzen stoßen. Doch für alle, die ein kompaktes Small-Form-Factor-System (SFF) suchen, sind beim Terra richtig. In diesem Review werfen wir einen Blick hinter die edle Fassade und klären, ob die inneren Werte mit der makellosen Optik mithalten können.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung des Terra ist genau wie das Case selbst: Schlicht, stabil und angenehm minimalistisch. Fractal verzichtet löblicherweise weitestgehend auf unnötiges Plastik. Ein Highlight direkt nach dem Öffnen: Das Gehäuse wird in einem weichen Stoffbeutel geliefert. Das schützt nicht nur das empfindliche, eloxierte Aluminium vor Kratzern, sondern unterstreicht auch den Premium-Anspruch.

Beim Zubehör zeigt sich Fractal spendabel, bleibt aber bodenständig. Neben den obligatorischen Klettstreifen, Kabelbindern und einer 2,5-Zoll-Festplattenhalterung liegt sogar ein Mikrofasertuch bei – bei den glatten Alu-Oberflächen ein Segen. Das Handbuch kommt Fractal-typisch im schicken, leuchtend blauen Einband daher.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Die Schrauben sind immer noch in kleinen Einweg-Plastikbeuteln verpackt. Ein kleiner, wieder verwendbarer Sortierkasten aus Karton oder Kunststoff wäre ein tolles Extra gewesen, das dem Nutzer auch nach dem Build noch einen Mehrwert bietet.

Was dich in der Box erwartet:

  • Das Terra Gehäuse: Sicher geschützt in einem Stoffbeutel.
  • Die Zubehör-Box: Alle benötigten Schrauben, Klettstreifen, Kabelbinder und ein Mikrofasertuch. Zusätzlich gibt es eine 2,5-Zoll-Festplattenhalterung und das Fractal-typisch sehr hochwertige Handbuch.

Mein erster Eindruck: Der Lieferumfang ist funktional und wirkt absolut hochwertig. Man merkt an jeder Ecke: Hier hält man kein 50-Euro-Blechgehäuse in den Händen, sondern ein durchdachtes Stück Hardware, das seinen Preis rechtfertigen will.

Technische Daten Fractal Design Terra

Abmessungen Gehäuse (LxBxH)343 x 153 x 218 mm
Gewicht 3,1 kg
Volumen10,4 Liter
Halterung für 2,5” Laufwerke2 (enthalten)
Frontanschlüsse1x USB 3.2 Gen 2×2 Typ-C (20Gbps), 1x USB 3.0 Typ-A (5Gbps), Power Button
Lüfter Boden1x 120 mm
Slots für Erweiterungskarten3 (Max GPU Konfiguration), 2 (Max CPU-Kühler Konfiguration)
Lüfterpositionen insgesamt1x 120 mm
Werkzeugloser Push-to-lock-VerschlussSeitenteile, Top Panel (kann für den Transport mit Schrauben gesichert werden)
*HinweisWenn du das Terra PCIe 4.0 Riser Kabel in Verbindung mit einem PCIe 5.0 kompatiblen Motherboard und Grafikkarte verwenden möchtest, stell bitte sicher, dass die PCIe Slot Konfiguration im BIOS oder UEFI auf PCIe Gen4 gestellt ist, um die bestmögliche Stabilität des Systems zu gewährleisten.
Motherboard KompatibilitätmITX
Max Länge PSU130 mm
Max Länge GPU322 mm
Max Breite GPU 2 *wenn GPU-Höhe 131-145mm62 mm (Max GPU Konfiguration) / 33 mm (Max CPU-Kühler Konfiguration)
*Max Höhe CPU-Kühler48 mm (Max GPU Konfiguration) / 77mm (Max CPU-Kühler Konfiguration)
SFF-Ready Enthusiast GeForce KartenJa
Netzteil FormfaktorSFX-L/ SFX
Radiator Seite1x 120mm (121 mm Breite mit 200 mm GPU und ohne SSDs)
Max Breite GPU 1 *wenn GPU-Höhe unter 131 mm72 mm (Max GPU Konfiguration) / 43 mm (Max CPU-Kühler Konfiguration)
Max Höhe GPU145 mm (Max GPU Konfiguration) / 131 mm (Max CPU-Kühler Konfiguration)
*Zusätzliche InformationenDie Position der Mittelwand kann angepasst werden, um die für das spezifische System optimale Kombination aus maximaler GPU-Breite und CPU-Kühler-Höhe zu erhalten. Das Versetzen der Mittelwand erlaubt eine höhere GPU-Breite auf Kosten der CPU-Kühler-Höhe und umgekehrt. Die maximale GPU-Breite wird zudem von der GPU-Höhe beeinflusst und es bestehen unterschiedliche Einschränkungen für Karten über oder unter 131 mm Höhe. Detailliertere Informationen finden sich im entsprechenden Abschnitt der Bedienungsanleitung.
LieferumfangGehäuse, Accessory Box, Bedienungsanleitung
EANGraphite: 7340172703983
Silver: 7340172703990
Jade: 7340172704003
JANGraphite: 4537694302722
Silver: 4537694302739
Jade: 4537694302746
SKUGraphite: FD-C-TER1N-01
Silver: FD-C-TER1N-02
Jade: FD-C-TER1N-03
UPCGraphite: 843276103989
Silver: 843276103996
Jade: 843276104009
Garantie2 Jahre
Technische Daten Fractal Design Terra

Detailbetrachtung Fractal Design Terra

Nachdem wir uns dem Lieferumfang und dem Unboxing gewidmet haben, geht es weiter mit der Detailbetrachtung des Fractal Design Terra.

Das Äußere

Das Erste, was beim Terra auffällt – oder besser gesagt, was man sofort spürt – ist die Haptik. Das grün eloxierte Aluminium und fühlt sich extrem wertig an. Es ist kein grelles, schreiendes „Gamer-Grün“, sondern ein tiefes, erdiges Jade, das je nach Lichteinfall seine Nuance subtil verändert. Wie ich schon eingangs sagte: Für mich ist das Teil optisch einfach ein Volltreffer.

Ein markantes Merkmal ist die meiner Meinung nach sehr charakteristische Perforierung der Seitenteile und des Deckels. Klar, das sorgt für den nötigen Frischluft-Nachschub für die Komponenten, bedeutet aber im Umkehrschluss auch: Staub kann ungehindert eindringen. In meinen Augen ist das jedoch halb so wild. Ein Case wie dieses verbannt man nicht in die staubigen Ecken unter dem Tisch; es gehört als Blickfang auf den Schreibtisch wo es (hoffentlich) deutlich sauberer zugeht.

An der Front sitzt das Walnuss-Element – ein richtig schöner Akzent, der hervorragend mit dem Jade-Farbton harmoniert. In die Holzleiste eingelassen sind:

  • Der Power-Button (ebenfalls aus Aluminium)
  • Ein USB-C-Port (3.1 Gen 2)
  • Ein USB-A-Port (3.0)

Kein unnötiger Schnickschnack, keine nervigen, blinkenden LEDs. Genau mein Geschmack, wenn es um das Thema SFF geht: Reduziert auf das Wesentliche.

Mein persönliches Highlight: Die Seitenteile

Der Clou am Terra ist aber die Mechanik der Seitenteile. Anstatt mit fummeligen Schrauben oder Einrast-Pins zu hantieren, klappt man die Paneele einfach wie Flügeltüren nach oben. Wer noch mehr Platz braucht, kann sie auch komplett aushaken. Bei einem so winzigen Gehäuse ist das beim Einbau der Hardware eine echte Erleichterung. Es ist eines der wenigen SFF-Cases, bei dem man wirklich entspannt an alle Komponenten rankommt, ohne sich die Finger zu verrenken.

Innerer Aufbau und Montage

Das Innenleben des Terra basiert auf einem Sandwich-Layout (GPU auf der einen, Mainboard auf der anderen Seite), verfügt aber über einen genialen Kniff: die verstellbare Mittelwand (Spine). Kennen wir vom T1 und man muss sagen, es ist einfach praktisch zur Optimierung des Innenraums.

Ihr könnt die gesamte Mittelwand über sieben markierte Positionen verschieben. Brauchst du eine massive 3-Slot-GPU? Schieb die Wand Richtung CPU. Nutzt du eine dünne Karte, willst aber einen größeren CPU-Kühler? Schieb sie in die andere Richtung. Weiterhin finden wir im Innenraum ein in schwarz gehaltenes PCIe 4.0 Riser-Kabel welches bereits vorinstalliert ist

Hardware-Einbau & Kompatibilität: Die Praxis

Eigentlich dachte ich, ich hätte im Terra genug Platz. Betonung auf eigentlich.

Da die NVIDIA GeForce RTX 5070 Founders Edition ein vergleichsweise schlankes 2-Slot-Design hat, haben wir im Terra einen entscheidenden Vorteil. Wir können die Mittelwand (Spine) weiter Richtung GPU-Seite schieben. Dadurch gewinnen wir auf der CPU-Seite wertvollen Platz für den Kühler des 9800X3D. Das ist auch bitter nötig, da der 9800X3D unter Last eine ordentliche Abwärme produziert und jeder Millimeter mehr Kühlkörper-Höhe gerne gesehen ist.

CPU: Im Terra gibt es keinen Platz für eine AIO-Wasserkühlung. Man ist auf Luftkühlung angewiesen. Im Gaming-Betrieb bleibt der 9800X3D absolut im grünen Bereich. Wer aber Multi-Core-Last (Rendering etc.) plant, stößt schnell an die Grenzen. Mein Tipp: Undervolting per PBO. Ich konnte meine CPU stabil mit einem Offset von -30 betreiben, was die Temperaturen spürbar senkt, ohne Leistung zu opfern.

GPU-Temperaturen: Die RTX 5070 FE sitzt sehr nah am Seitenteil. Ein bekanntes Problem des Terra sind Turbulenzen. Wenn die Lüfter der GPU zu nah an den Schlitzen des Aluminium-Gehäuses drehen, entsteht ein hochfrequentes Pfeifen.Das kann euch übrigens auf beiden Seiten passieren. Hier spielt die verstellbaren Mittelwand ihre Stärke aus, da ihr sie problemlos verstellen könnte. Dadurch habt ihr die Möglichkeit die ggf. auftretenden Turbulenzen fast vollständig zu eliminieren, ohne die Kühlung zu beeinträchtigen.

Airflow-Tipp: Ich habe zusätzlich einen Lüfter im Boden unter dem Netzteil installiert. Aktuell befördert er frische Luft ins Gehäuse. Während ich das hier schreibe, fällt mir auf: Ich hätte eigentlich auch mal testen sollen, die warme Luft aktiv nach unten rauszuziehen. Aber gut, hinterher ist man immer schlauer. Warum ich dort einen 92mm-Lüfter verbaut habe, obwohl ein 120er passen würde? Ganz ehrlich: Ich hatte gerade keinen anderen zur Hand. Es erfüllt seinen Zweck, zeigt aber auch, dass man beim SFF-Bau manchmal improvisieren muss.

Lessons learned

Nachdem ich nun zwei Systeme im Terra umgesetzt habe, bin ich um einige Erfahrungen reicher. SFF-Builds sind immer ein Lernprozess. Damit ihr nicht dieselben Fehler macht, hier meine wichtigsten Erkenntnisse:

  • Keine GPUs im (Dual) Flow-Through. Es wird zu einfach zu warm und die GPU dreht ständig auf. Dementsprechend wird es sehr laut.
  • Besorgt euch Custom Cable für euer Netzteil. Ihr schafft euch mehr Platz, daher besserer Airflow und es ist einfach entspannter mit diesen zu arbeiten.
  • 120mm Lüfter im Boden ist mehr als „nice to have“. Ihr wollt Airflow und das so viel es geht.
  • Am Thema CPU/GPU Undervolting kommt ihr meiner Meinung nach nicht vorbei. Es ist quasi Pflicht um die Temperaturen und damit einhergehend die Lautstärke zu senken.

Mein Fazit zum Fractal Design Terra

Das Terra ist eine wunderschöne Diva. Die Verarbeitung ist toll, die Optik und Haptik sind super und die komplett demontierbaren Flügeltüren erleichtern den Zugriff auf die Hardware enorm. Hinzu kommt der geringe Platzbedarf auf dem Schreibtisch. Es bestraft aber Unachtsamkeiten bei der Komponentenwahl und der Kühlung sofort mit Hitze und Lärm. Wer aber bereit ist, sich mit Undervolting und cleverem Kabelmanagement auseinanderzusetzen, bekommt ein wirklich schönes und edles Gehäuse. Wer jetzt Lust auf einen SFF-Build im Terra bekommen hat, kann es unter anderem bei Amazon* erwerben..

Zusammenfassung

Wie immer, hier die Zusammenfassung mit den für mich wichtigsten Punkten:

Positiv

  • Tolles Design (Jade!!!)
  • Haptik
  • Verstellbares Spine
  • „Flügeltüren“
  • Extrem detaillierter User Guide

Negativ

  • Kühlungs-Limit
  • Keine Staubfilter (nice to have)
  • Custom Kabel schon fast Pflicht

Wie ist eure Meinung zum Case? Schreibt es gerne in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit euch.


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