Review Noctua NH-D15 G2

Lange ist es her, dass ich mir hier im Blog einen Luftkühler für euch angeschaut habe. Mit dem heutigen Review des Noctua NH-D15 G2 hat das Warten aber endlich ein Ende. Nachdem ich mir vor einiger Zeit den Noctua NH-U12A chromax.black hier im Blog angeschaut habe, schauen wir uns heute gemeinsam das neue Flaggschiff aus dem Hause Noctua an und zwar den NH-D15 G2. Nachfolger des, wie ich finde, legendären NH-D15.

Verpackung und Lieferumfang

Was direkt ins Auge springt wenn man den Karton vor sich hat, ist das neue Design der Verpackung. Mir persönlich gefällt es sehr gut, es wirkt auf mich sehr erfrischend. Daumen hoch für das Design liebes Noctua-Team.

Geliefert wird der NH-D15 G2 sicher verpackt in einem braun/schwarzen Karton. Nichts wackelt oder klirrt aus dem Inneren. Wie bereits beim NH-U12A wurde auch hier auf Styropor und Plastik verzichtet da ausschließlich Pappe zur Stabilisierung genutzt wird. Ich freue mich ja immer, kein Styropor zu entdecken.

Nach dem Öffnen des Kartons erblicken wir direkt die Accessoires-Box mit folgendem Inhalt:

  • 2x NF-A14x25r G2 PWM Premium-Lüfter
  • NA-RC16 Low-Noise-Adapter (L.N.A.)
  • NA-YC1 4-Pin PWM Verteilerkabel
  • NT-H2 High-End Wärmeleitpaste
  • NA-TPG1 Wärmeleitpasten-Dichtblende für AMD AM5 Prozessoren
  • NA-CW1 Reinigungstücher
  • SecuFirm2™+ Montage-Kit
  • 4x NM-ISW1 Unterlegscheiben für LGA1700
  • NM-SD1 Schraubendreher
  • Noctua Case-Badge aus Metall

Wenn man sich den Lieferumfang so anschaut, so relativiert sich der Preis in meinen Augen doch etwas. Zumindest finde ich, dass hier für die knapp 150€ einiges geboten wird. Kann aber durchweg jeden verstehen, für den das einfach zu viel Geld für einen Luftkühler ist.

Übersicht des Noctua NH-D15 G2 Zubehörs.

Direkt unter der Box befindet sich der Noctua NH-D15 G2 Kühlkörper mit den beiden bereits vormontierten NF-A14x25r G2 PWM Lüftern.

Bevor wir aber jetzt zu den technischen Daten des Noctua NH-D15 G2 kommen, noch ein paar generelle Worte zum Thema Verpackung:

Ich finde es immer ein bisschen schade, dass so gut wie alle Hersteller auf Einwegverpackungen setzen um Schrauben bzw. Montagematerial zu verpacken. Wäre es nicht viel cooler, wenn man beim erneuten Verstauen des Kühlers diese wiederverwenden könnte? Kein klappern und herumfliegen von Kleinteilen in der OVP. Es wäre so toll und wie ich finde, einfach zu lösen. Eine Möglichkeit die mir da einfallen würde, wäre die Verwendung von Zip-Beuteln. Just saying.

Technische Daten

Wir schauen uns hier heute die reguläre Version des NH-D15 G2 an. Außer diesem „Allrounder“ gibt es noch eine HBC-Variante (High-Base-Convexity) welche speziell für LGA1700 optimiert ist und eine LBC (Low-Base-Convexity) Variante für AM5, AM4, LGA2066 und LGA2011. Falls ihr unsicher seid, welche Version für euch die richtige ist, so schaut doch einfach in die passende FAQ von Noctua.

Ich habe mich für die normale Version entschieden, da ich relativ oft die Systeme wechsle und diese Version für mein Szenario die optimale Lösung darstellt.

Spezifikationen Kühler

Sockel-Kompatibilität
AMD AM5, AM4 und Intel LGA1851, LGA1700, LGA1200, LGA1156, LGA1155, LGA1151, LGA1150
Höhe (ohne Lüfter)
Höhe (mit Lüfter)
168 mm
168 mm
Breite (ohne Lüfter)
Breite (mit Lüfter)
150 mm
150 mm
Tiefe (ohne Lüfter)
Tiefe (mit Lüfter)
127 mm
152 mm
Gewicht (ohne Lüfter)
Gewicht (mit Lüfter)
1180 g
1525 g
MaterialKupfer (Boden und Heat-Pipes), Aluminium (Kühlrippen), verlötet & vernickelt
Noctuas Standardisiertes Performance-Rating (NSPR)228
Max. TDPsiehe NSPR
Lüfter-Kompatibilität140x150x25 (mit 120x120x25 Montagelöchern), 140x140x25 (mit 120x120x25 Montagelöchern), 120x120x25(optionale NA-SFC12 Lüfterklammern erforderlich)
Lieferumfang– 2x NF-A14x25r G2 PWM Premium-Lüfter
– NA-RC16 Low-Noise-Adapter (L.N.A.)
– NA-YC1 4-Pin PWM Verteilerkabel
– NT-H2 High-End Wärmeleitpaste
– NA-TPG1 Wärmeleitpasten-Dichtblende für AMD AM5 Prozessoren
– NA-CW1 Reinigungstücher
– SecuFirm2™+ Montage-Kit
– 4x NM-ISW1 Unterlegscheiben für LGA1700
– NM-SD1 Schraubendreher
– Noctua Case-Badge aus Metall
Garantie 6 Jahre
Spezifikationen Kühler

Wie ihr oben in der Tabelle seht, gibt Noctua keine TDP Werte (Thermal Design Power) an, um zu zeigen welche Verlustleistungen die CPU-Kühler handhaben können, sondern das hauseigene NSPR was für „Noctuas Standardisiertes Performance-Rating“ steht. Mehr Informationen darüber erhaltet ihr hier.

Nachdem wir uns die Spezifikationen für den Kühlkörper angesehen haben, schauen wir uns jetzt noch die Spezifikationen der beiden beiliegenden Lüfter an. Beim NH-D15 G2 setzt Noctua auf die zweite Generation der NF-A14x25r.

Modell2x NF-A14x25r G2 PWM
LagertypSSO2
Max. Umdrehungsgeschw. (+/-10%)1500 RPM
Max. Umdrehungsgeschw. mit L.N.A. (+/-10%)1250 RPM
Max. Volumenstrom155.6 m³/h
Max. Volumenstrom mit L.N.A.127.1 m³/h
Max. Geräuschentwicklung24.8 dB(A)
Max. Geräuschentwicklung mit L.N.A.19.7 dB(A)
Max. Leistungsaufnahme 2.28 W
Betriebsspannung12 V
Mean Time To Failure (MTTF)> 150.000 h
Spezifikationen Lüfter

Nachdem das alles soweit klar ist, geht es weiter mit der Detailbetrachtung.

Detailbetrachtung Noctua NH-D15 G2

Was direkt bei der Herausnahme des Kühler auffällt, ist dessen Gewicht. Montiert man beide Lüfter, so bringt das gute Stück mehr als 1,5kg auf die Waage. WoW!

Im Gegensatz zum D15 hat Noctua einiges an Energie in die Änderung des D15 G2 gesteckt. Weiter oben hatte ich bereits die drei Versionen erwähnten (Standarf, HBC, LBC). Aber damit nicht genug, im folgenden liste ich euch mal die Änderungen auf:

FeatureNH-D15 (G1)NH-D15 G2 (Standard)
Anzahl Heatpipes68
Lüfter2x NF-A15 PWM2x NF-A15 G2 PWM (neue Generation)
Lüfter-TechnologieStandard-FlügeldesignProgressive-Flow-Channels & Zentrifugal-Turbulenz-Unterdrückung
Lamellenabstand2,0 mm1,6 mm (höhere Dichte/Oberfläche)
MontagesystemSecuFirm2SecuFirm2+ (Torx-basiert statt Kreuzschlitz)
BodenplatteFlach / Standard-KonvexitätOptimierte Konvexität (speziell für Intel LGA1700 & AMD AM5)
WärmeleitpasteNT-H1NT-H2 (leistungsstärker)
Zubehör inklusiveStandard-ZubehörNM-SD1 Torx-Schraubendreher & NA-TPG1 (WLP-Schutz für AM5)
Lüfter-AkustikKlassisches RauschenPhasendifferenz-Optimierung (verhindert Schwebungssummen)

Der Boden und die acht Heat-Pipes bestehen aus vernickeltem Kupfer und die Kühlrippen aus Aluminium. Für die chromax.black Version darf dann natürlich nicht die schwarzen Beschichtung und die beiden F-A14x25r G2 PWM chromax.black fehlen. Auf den Ecken der verwendeten 140mm Lüftern sind bereits Vibrationsdämpfer montiert, so dass unliebsame Vibrationen sich nicht durch rasseln oder klappern ausdrücken sollten. Da der Noctua NH-D15 G2 mit seinen Abmessungen von 168mm x 150mm x 152mm nicht sonderlich kompakt ist solltet ihr euch vor dem Einsatz besser die Kompatibilitätsdatenbank bei Noctua ansehen und schauen, ob er passt bzw. welche Einschränkungen ihr bei der Montage ggf. zu bewältigen habt.

Die Verarbeitung des kompletten Kühlers darf in meinen Augen als makellos bezeichnet werden. Es sind keine scharfen Kanten oder irgendwelche Makel an der Beschichtung vorhanden. Alles andere wäre bei dieser Preiskategorie auch eine herbe Enttäuschung und anders, als ich es bei Noctua gewöhnt bin. Schön zu sehen, dass die Qualität hier gehalten wird.

Montage

Durch das SecuFirm2+ Montagesystems ist die Installation des Kühlers wirklich sehr schnell und vor allem sehr einfach erledigt. Für die Montage auf einem LGA1700 sind die folgenden Schritte notwendig:

  • Backplate vorbereiten
    • für LGA1700 verwendet Lochposition 2
    • Steckt die vier Bolzen von der anderen Seite an der passenden Position durch die Auslassungen der Backplate und fixiert diese im Anschluss mittels der Spacer-Clips.
  • Backplate befestigen
    • Die Backplate des Kühlers mithilfe der Bolzen von hinten durch die Öffnungen des Mainboards stecken.
  • Montagebrücken installieren
    • für LGA1700 verwendet die blauen NM-IPS3 Kunststoffhülsen und Lochposition 2.
    • Steckt zunächst die Kunststoffhülsen und anschließend die Montagebrücken auf die Stutzen.
    • Ihr könnt die Montagebrücken auf zwei verschiedenen Arten installieren. Wählt dabei die Ausrichtung der Montagebrücken entsprechend der Richtung wie ihr den Kühler montieren wollt. Die Biegung der Montagebrücken muss nach außen zeigen.
    • Fixiert die Montagebrücken mit den 4 Rändelschrauben
  • Wärmeleitpaste aufbringen
  • Befestigung des Kühlers auf der CPU
    • Wechselt nach jeweils 2-3 Umdrehungen pro Schraube die Seite bis beide vollständig angezogen sind.
  • Lüfter montieren und am CPU-Lüfteranschluss anschließen

An dieser Stelle sei euch aber die wirklich sehr ausführliche Montageanleitung ans Herz gelegt, die ihr im Lieferumfang findet bzw. die ihr euch hier downloaden könnt.

Temperaturen und Lautstärke

Vorab ein paar Infos zu meinem verwendeten Referenzsystem:

MainboardASUS ROG Strix B760-I Gaming WIFI *
CPUIntel Core i5-14600K *
CPU-KühlerNoctua NH-D15 G2 (Braun) *
Arbeitsspeicher32GB KLEVV FIT V DDR5 6000MH/z *
GrafikkarteNVIDIA 5070 Founders Edition
FestplatteCrucial P3 *
NetzteilASUS ROG Loki SFX-L 1000W *
GehäuseStreacom BC1 V2 *
Spezifikationen Referenzsystem

Zum Schluss noch ein paar wichtige Infos, wie die Messungen auf meiner Seite erfolgt sind. Diese unterscheiden sind etwas zu den Messungen bei den Gehäuse Reviews.

  • Die Messung der Temperatur und Lautstärke erfolgte auf einer Benchtable.
  • Die Ermittlung der Temperaturwerte erfolgte mittels Cinebench R23 Multi (Durchschnitt nach 3x10min).
  • Die CPU lief mit den Standard Werten (181W) und mit fest eingestellten PL1/PL2 auf 125W, die GPU war nicht gedrosselt/übertaktet und lief mit den Standardeinstellungen.
  • Die Raumtemperatur wurde vor Beginn des jeweiligen Testlaufs gemessen und die Ergebnisse im Anschluss auf 20°C normiert.
  • Die Ermittlung der Lautstärke erfolgte mit dem VOLTCRAFT Schallpegel-Messgerät SL-200 ca. 20cm von der Benchtable entfernt.

Folgende Messungen wurden durchgeführt:

Temperatur

  • CPU-Kühler 1000rpm
  • CPU-Kühler max. rpm

Lautstärke

  • CPU-Kühler min. rpm
  • CPU-Kühler 1000rpm
  • CPU-Kühler max. rpm.

Jetzt aber genug davon, kommen wir zu den Ergebnissen der Temperatur- und Lautstärke-Messung.

Ergebnisse

Als erstes schauen wir uns die Ergebnisse der Temperaturmessung an:

Bei entspannten 1000 RPM hält der NH-D15 G2 den i5-14600K auf kühlen 68 °C – für mich ein Spitzenwert, zumal der Kühler dabei kaum hörbar vor sich hin flüstert. Wer es noch kühler mag, kann die Temperatur bei maximaler Drehzahl zwar um weitere 6 °C drücken, erkauft sich das aber mit einer Geräuschkulisse, die man sich im Alltag definitiv nicht antun möchte.

Besonders spannend wird es, wenn man den G2 direkt gegen seinen legendären Vorgänger antreten lässt. Während sie bei geringer Last noch gleichauf liegen, spielt das neue Modell seine Stärken vor allem im High-Power-Szenario bei 181W voll aus und unterbietet den klassischen D15 konsequent um wertvolle Grad. Wer tief in die Zahlen eintauchen möchte, findet in der folgenden Grafik einen schönen Bonus-Vergleich, der schwarz auf weiß zeigt, dass Noctua die Effizienz in jedem Lastbereich noch einmal steigern konnte.

Was die Lautstärke angeht, bleibt Noctua seinem Ruf treu: Bei 1000 RPM arbeitet der NH-D15 G2 mit gemessenen 39,3 dB(A) in einem Bereich, der im geschlossenen Gehäuse kaum aus dem System herauszufiltern ist. Wer die Lüfter auf die minimale Drehzahl drosselt, landet bei flüsterleisen 35,4 dB(A) – ein Wert, der absolute Silent-Enthusiasten glücklich machen dürfte. Dass man bei maximaler Drehzahl mit 49,1 dB(A) eine deutlich hörbare Kulisse in Kauf nehmen muss, ist bei dieser brachialen Luftmenge zwar physikalisch logisch, im normalen Gaming-Alltag aber glücklicherweise gar nicht nötig.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger zeigt sich, wie fein Noctua an der Akustik gefeilt hat. Obwohl der G2 bei 1000 RPM mit 39,3 dB(A) minimal über den 39,1 dB(A) des alten Modells liegt, dreht sich das Blatt bei maximaler Last: Hier bleibt der neue G2 mit 49,1 dB(A) sogar ein Stück leiser als der klassische D15 mit seinen 49,5 dB(A). Als kleinen Bonus habe ich euch die genauen Werte in einer Übersicht zusammengefasst, die zeigt, dass die neue Generation trotz der gesteigerten Kühlleistung akustisch weiterhin in der ersten Liga spielt.

Ein passendes Video gibt es natürlich auch wieder für euch:

Fazit zum Noctua NH-D15 G2

Wer Noctua kauft, bekommt Noctua. Eigentlich könnte ich mein Fazit genau hier beenden, denn jeder, der schon einmal ein Produkt der Österreicher verbaut hat, weiß: Qualität, Support und Langlebigkeit sind hier Gesetz.

Es ist wie fast immer: Die Optik stimmt (ja, ich stehe auf das Braun!), die Haptik ist erstklassig, der Lieferumfang lässt keine Wünsche offen und die Kühlleistung spielt in einer eigenen Liga. Wirkliche Kritikpunkte? Eigentlich nur der Preis. Wir bewegen uns hier an der absoluten Grenze dessen, was ein Luftkühler kosten darf. Aber wir reden hier eben über ein Premium-Produkt, das auf ganzer Linie überzeugt – und das hat seinen Preis. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie viel ihm die gewohnte Noctua-Qualität im Budget wert ist.

Konnte mich der NH-D15 G2 also überzeugen? Ein klares Ja. Das Gesamtpaket ist absolut stimmig und ein solcher Luftkühler hält im Zweifel eine Ewigkeit, ohne dass man sich jemals Sorgen um Pumpenausfälle oder Undichtigkeiten machen muss. Wer einmal investiert, hat für viele Jahre Ruhe.

Weitere Informationen bekommt ihr selbstverständlich auf der offiziellen Produktseite des Herstellers. Preislich liegt der Kühler aktuell (zur Veröffentlichung des Artikels) bei ca. 150€ und kann z. B. bei Amazon * erworben werden:

Noctua NH-D15 (Braun) *
Noctua NH-D15 chromax.black *
Noctua NH-D15 G2 (Braun) *
Noctua NH-D15 G2 chromax.black *

Auf den Punkt gebracht: Das Pro & Contra

Wie immer an dieser Stelle, hier die Zusammenfassung mit den für mich wichtigsten Punkten im Überblick:

Positiv

  • Kühlleistung: Absolute Spitze im Luftkühl-Bereich.
  • Verarbeitung: Perfekte Haptik und Materialgüte.
  • Optik: Das ikonische Noctua-Design (für Fans ein Muss).
  • Lautstärke: Extrem leise, besonders im 1000 RPM Sweetspot.
  • Garantie: Sorgenfreie 6 Jahre Herstellergarantie.
  • Montage: Dank SecuFirm2+ kinderleicht und sicher.

Negativ

  • Preis: Ein deutlicher Aufpreis für die Premium-Qualität.

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