Arctic Liquid Freezer III Pro 420 im Test

Eigentlich schätze ich die Produkte von ARCTIC sehr, doch ich muss ehrlich gestehen: Ich setze sie viel zu selten ein. Dabei sind die Produkte wirklich gut, kommen mit einer ordentlichen Garantie daher und sind fast ausnahmslos Preis-Leistungs-Sieger. Wer mich kennt, weiß: Ich mag es leise, kühl und unkompliziert. Deshalb habe ich mir die ARCTIC Liquid Freezer III Pro 420 geschnappt, um in diesem Arctic Liquid Freezer III Pro 420 Test zu sehen, ob sie ihrem hervorragenden Ruf tatsächlich gerecht wird. In diesem Test schauen wir uns Kühlleistung, Lautstärke, Verarbeitung und die Montage der großen 420-mm-AiO genauer an.

Verpackung und Lieferumfang

Die Arctic Liquid Freezer III Pro 420 wird in einer stabilen Kartonage im etwas eigenwilligen, dreieckigen Design geliefert. Die Frontseite des Kartons ziert ein großes Bild der AiO zusammen mit der Bezeichnung. Auf der Rückseite finden wir alle technischen Daten, Kompatibilitätsinformationen und Features der einzelnen Komponenten. Nett finde ich, dass man dort ebenfalls den Barcode zur Anleitung, Dokumentation und Feedback-Seite. Durch die prominente Platzierung sollte ihn wirklich jeder finden und ich persönlich finde die Anleitungen von Arctic immer sehr gelungen.

Wenn man den Deckel der Verpackung entfernt stößt man auf den Inhalt, der sehr gut in weiterem Karton verpackt und damit geschützt ist. Die AiO selbst ist nochmal mit Plastikfolie gesichert um sie vor Kratzern zu schützen. Die Komponenten sind durch separate Verpackungen vor Beschädigungen geschützt. Im Lieferumfang findet ihr folgendes:

  • 1x VRM Fan Module
  • 1x PWM Kabel zur individuellen Kontrolle
  • 1x PWM Kabel „All in One“
  • CPU Contact Frame (für Intel)
  • Mounting Clips Set inklusive Spacer (für AMD)
  • Flache Unterlegscheiben aus Metall
  • Verschieden Schrauben
  • T20 Driver
  • MX-7 (0.8 g) Wärmeleitpaste

Und so sieht das Ganze in Bildern aus:

Kommen wir jetzt zu den technischen Daten.

Technische Daten Arctic Liquid Freezer III Pro 420

CompatibillityIntel® LGA1851, LGA1700
AMD® AM5, AM4
TIMMX-7 (0.8 g)
Warranty6 Years
Operating Ambient Temperature0–40 °C
Weight2358g
Pump800–2800 rpm (PWM controlled)
Current | Voltage 0.35 A | 12 V DC
Cold Plate Copper, Micro Skived Fins
Tube Length500 mm
Tube DiameterOuter: 12.4 mm
Inner: 6.0 mm
Radiator MaterialAluminium
Radiator Dimensions458 (L) x 138 (W) x 38 (H) mm
VRM Module – VRM Fan 400–2500 rpm (PWM controlled)
VRM Module – Current | Voltage0.05 A | 12 V DC
VRM Module – LEDs12 x A-RGB Gen2 LEDs
VRM Module – Current | Voltage0.40 A | 5 V  DC
Spezifikationen Arctic Liquid Freezer III Pro 420 (Arctic Liquid Freezer III Pro 420 Review (arctic.de))

Spezifikationen Lüfter (P14 Pro A-RGB)

General3 x P14 Pro A-RGB
Speed400–2500 rpm
Airflow110 cfm | 186 m³/h
Static Pressure5.2 mmH20
BearingFluid Dynamic Bearing
Current | Voltage0.35 A | 12 V DC
Connector4-Pin Fan Plug
LEDs12x A-RGB Gen2 LEDs
Current | Voltage0.40 A | 5 V DC
Connector3-Pin A-RGB Plug + 3-Pin Socket
Spezifikationen Arctic Liquid Freezer III Pro 420 (Arctic Liquid Freezer III Pro 420 Review (arctic.de))

Detailbetrachtung

Arctic bietet eine breite Auswahl an All-in-One-Wasserkühlungen an bei denen ihr bei der Radiatorgröße die Wahl zwischen 240, 280, 360 und 420 mm habt. Für alle die kein RGB mögen, gibt es natürlich alle Versionen auch ohne „bling bling“. In puncto Garantie seid ihr auf der sicheren Seite: Sie beträgt solide 6 Jahre. Da die Lüfter bereits auf der LF3 montiert sind, ist die Wasserkühlung sofort einsatzbereit. Einbauen, verkabeln und kühlen – sozusagen.

Radiator. Pumpe. Kühler.

Der Radiator ist ein imposantes Stück Hardware. Dieser misst 458 (L) x 138 (W) x 38 (H) mm. Mit den Lüftern kommt er auf eine gesamte Höhe von 68 mm. Ihr ahnt es wahrscheinlich schon. Mit diesen Abmessungen benötigt er ein entsprechend großzügiges Gehäuse. Hier solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr wirklich genug Platz habt. Bei einigen Mainboards kann es zudem aufgrund überdimensionierter SSD-Kühler im M.2_1-Slot zu Inkompatibilitäten mit dem Liquid Freezer III Pro kommen. Für betroffene Mainboards stellt ARCTIC kostenfrei einen passenden M.2-Kühler zur Verfügung. Ob euer Mainboard passt, könnt ihr in diesem Manual überprüfen. Die generelle Verarbeitung ist tadellos, die Lackierung gleichmäßig und die Lamellenstruktur sehr sauber ausgeführt.

Die Pumpeneinheit ist 68,5 mm hoch und 108,5 mm x 91 mm breit und ist im Bereich von 800–2800 rpm via PWM steuerbar. Nach dem Auspacken begegnet sie euch zuerst ohne den Deckel. Dieser muss nach der Montage befestigt werden. Ein technisches Schmankerl ist der integrierte VRM-Lüfter (ebenfalls via PWM in einem Bereich von 400–2500 rpm steuerbar). Er sorgt für einen stetigen Luftstrom über die Spannungswandler rund um den CPU-Sockel. In meinen Augen ist es kein Gimmick sondern ein sinnvolles Detail, da er gerade bei leistungsstarken Systemen zusätzliche Stabilität bringen kann.

Alles in allem macht das Set einen sehr hochwertigen Eindruck, sowohl optisch als auch haptisch. Bislang bin ich damit äußerst zufrieden.

Schläuche. Lüfter.

Der verstärkte, insgesamt 500 mm lange, EPDM-Schlauch mit geflochtener Ummantelung macht auf mich einen sehr wertigen Eindruck. Die Schläuche sind angenehm flexibel, was das Verlegen im Gehäuse erleichtert, ohne dass man sich um Knicke sorgen muss. Bei den Lüftern kommen die bewährten P14 Pro zum Einsatz. Die sind in einem Bereich von 400–2500 rpm steuerbar. Sie sind darauf optimiert, die Luft mit hohem Druck durch den Radiator zu pressen. Was mich überzeugt: Sie verrichten ihren Dienst sehr laufruhig und ohne störende Nebengeräusche.

Beleuchtung

Der CPU-Block und die Lüfter sind mit vollständig anpassbarer RGB-Beleuchtung ausgestattet, die über die Mainboard-Software gesteuert werden kann. Damit lassen sich die Beleuchtungseffekte individuell auf den Rest des Systems abstimmen. Das ermöglicht nicht nur eine optisch ansprechende Installation, sondern auch die Synchronisation mit eurem restlichen System. Jeder Lüfter ist mit 12 A-RGB Gen2 LEDs bestückt, die für die entsprechenden Lichteffekte sorgen.

Montage

Die Montage der Arctic Liquid Freezer III Pro 420 gestaltet sich dank der sehr guten Montageanleitung von Arctic recht einfach. Zugegeben, auf AM5 verläuft die Installation wesentlich einfacher als auf meinem Z890 System da hier noch das Contact-Frame installiert werden muss. Befolgt die Anleitung von Arctic, dann solltet ihr damit keine Probleme haben.

Auf dem von mir verwendeten Apex mussten folgende Schritte ausgeführt werden bzw. so wurde die Montage von mir durchgeführt:

  • De-Installation ASUS ILM (Independent Loading Mechanism)
  • Installation Arctic Contact Frame Installation
  • Wärmeleitpaste auftragen
  • Folien vom Kühler entfernen
  • Schrauben festdrehen
  • VRM-Kühler aufsetzen
  • Kabel anschließen – fertig.

INFO: Hier möchte ich aber ausdrücklich drauf hinweisen, dass ihr wirklich aufpassen müsst. Im Video erkläre ich genauer, welche Probleme ich bei der Montage hatte. Kurz gesagt, ich habe das ganze Prozedere 3x oder 4x durchgeführt bis ich das Gefühl hatte, dass es stimmt. Bei den anfänglichen Versuchen war die CPU-Temperatur viel zu hoch. Bei der Demontage habe ich dann gesehen, dass der Kühler nicht komplett auf der CPU aufgelegen hat. Ich bin mir auch nach dem x-ten Mal nicht sicher, ob es 100% montiert war da mir die Temperaturen beim Test (weiter unten) zu hoch erscheinen.

Um es klar zu sagen: IHR MÜSST WIRKLICH AUFPASSEN!

Temperaturen und Lautstärke

Vorab ein paar Infos zu meinem verwendeten Referenzsystem:

MainboardASUS ROG Maximus Z890 APEX *
CPUIntel® Core™ Ultra 7 Desktop-Prozessor 265K *
CPU-KühlerArctic Liquid Freezer III Pro 420 *
ArbeitsspeicherAsgard Bragi 32GB DDR5 7200MHz
GrafikkarteNVIDIA 5080 Founders Edition
FestplatteCrucial P3 *
NetzteilCORSAIR HX1200i (2025) *
GehäuseStreacom BC1 V2 *
Technische Daten Referenzsystem

Testmethodik

Zum Schluss noch ein paar wichtige Informationen dazu, wie die Messungen auf meiner Seite durchgeführt wurden.

  • Die Messung der Temperatur und Lautstärke erfolgte auf einer Benchtable.
  • Die Ermittlung der Temperaturwerte erfolgte mittels Cinebench R23 Multi (Durchschnitt aus drei Durchläufen à 10 Minuten).
  • Die CPU lief sowohl mit den Standardwerten als auch mit fest eingestellten PL1/PL2 von 150 W. Die GPU war weder gedrosselt noch übertaktet und lief mit den Standardeinstellungen.
  • Die Raumtemperatur wurde vor Beginn des jeweiligen Testlaufs gemessen und die Ergebnisse im Anschluss auf 20 °C normiert.
  • Die Ermittlung der Lautstärke erfolgte mit dem VOLTCRAFT Schallpegelmessgerät SL-200 in einem Abstand von etwa 30 cm zur Benchtable.

Folgende Messungen wurden durchgeführt:

Temperatur

  • Radiator-Lüfter 1000 rpm & Pumpe 100%
  • Radiator-Lüfter max. rpm & Pumpe 100%

Lautstärke

  • Radiator-Lüfter min. rpm & Pumpe 100%
  • Radiator-Lüfter 1000 rpm & Pumpe 100%
  • Radiator-Lüfter max. rpm & Pumpe 100%

Ergebnisse

Betrachten wir zunächst die Ergebnisse der Temperaturmessungen:

Unter den Standard-BIOS-Einstellungen mit automatischer Leistungsaufnahme erreicht die CPU bei einer Lüfterdrehzahl von 1000 rpm eine Temperatur von 85,7 °C. Wird das Power-Limit auf PL1/PL2 = 150 W gesetzt, sinkt die Temperatur bei gleicher Lüfterdrehzahl deutlich auf 71,8 °C.

Bei maximaler Lüfterdrehzahl zeigt sich ein ähnliches Bild: Mit automatischen Limits liegt die Temperatur bei 83,1 °C, während sie mit gesetztem 150-W-Power-Limit auf 69,9 °C fällt.

Die Ergebnisse zeigen klar, dass das gesetzte Power-Limit einen deutlich größeren Einfluss auf die CPU-Temperatur hat als die reine Erhöhung der Lüfterdrehzahl. Gleichzeitig demonstriert die 420-mm-AIO, dass sie auch leistungsstarke Prozessoren unter hoher Last zuverlässig im kontrollierten Temperaturbereich halten kann.

Nun zu den Lautstärkemessungen bei minimaler, maximaler und 1000 Umdrehungen pro Minute:

Bei minimaler Lüfterdrehzahl erreicht die AIO eine Lautstärke von 38 dB(A) und bleibt damit im Alltag angenehm leise. Selbst bei 1000 rpm steigt der Wert nur leicht auf 39 dB(A), wodurch sich die Kühlung weiterhin im unauffälligen Bereich bewegt und sich gut für einen leisen Betrieb eignet.

Erst bei maximaler Lüfterdrehzahl wird die Kühlung deutlich hörbarer. In diesem Szenario steigt die Lautstärke auf 56 dB(A). Dieser Modus liefert zwar die maximale Kühlleistung, ist akustisch jedoch klar wahrnehmbar und eher für kurze Lastspitzen oder Benchmarks gedacht.

Insgesamt zeigt sich, dass die 420-mm-AIO im praxisnahen Drehzahlbereich sehr leise arbeitet und erst bei voller Lüfterleistung deutlich an Lautstärke zunimmt.

Solltet ihr euch lieber ein Bild von allem machen wollen, dem sei das folgende Video ans Herz gelegt:

Fazit zur Arctic Liquid Freezer III Pro 420

Direkt das Gemecker vorweg – und ja, ich wiederhole mich: Ich möchte noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass ihr bei der Montage wirklich aufpassen müsst. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht oder erwartet, dass ich mehrere Anläufe brauche, um sie (hoffentlich) korrekt zu montieren. Das Schwierige daran ist, dass ich das Gefühl nicht ganz loswerde, ob sie jetzt wirklich perfekt auf der CPU sitzt. Das werde ich allerdings in den nächsten Tagen sehen, wenn ich mein Testsystem auseinanderbaue, da einige Teile daraus in einen ATX-Build wandern werden.

Jetzt aber zum Positiven: Die Arctic Liquid Freezer III Pro 420 hält, was ihr Name verspricht. Sie ist eine erwachsene, durchdachte Kühllösung für Anwender, die keine Lust auf Kompromisse haben. Wer den Platz im Gehäuse erübrigen kann, erhält hier eine sehr starke Kühlleistung, die dabei auch noch angenehm leise bleibt – solange man die Lüfter nicht permanent auf maximale Drehzahl laufen lässt. Positiv überrascht hat mich außerdem die Pumpe, die ich bei 50 % Drehzahl praktisch nicht mehr wahrnehmen konnte.

Für mich ist sie einmal mehr der Beweis dafür, dass ARCTIC versteht, worauf es ankommt: Zuverlässigkeit und Effizienz zu einem fairen Preis. Wer sein System leise und gleichzeitig kühl halten möchte, kann hier meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen. Erwerben könnt ihr den ARCTIC Liquid Freezer III Pro 420 A-RGB bzw. ARCTIC Liquid Freezer III Pro 420 z. B. bei Amazon.

Zusammenfassung

The good

  • Sehr gute Kühlleistung bei gleichzeitig niedriger Lautstärke
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Leise Pumpe im Praxisbetrieb

The bad

  • Etwas fummelige Montage auf Intel-Systemen
  • Deutlich hörbar bei maximaler Lüfterdrehzahl
  • Hoher Platzbedarf durch den dicken Radiator

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